Read Geschichte Schlesiens: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart by Arno Herzig Online

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Schlesien liegt im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen Im Mittelalter slawisch und deutsch besiedelt, unterstand das Land lange der polnischen, dann der b hmischen Krone, war im Besitz der Habsburger, wurde von Preu en annektiert und ging 1945 an Polen Arno Herzig beschreibt, wie das von Eichendorff romantisch verkl rte Land an der Oder ber Jahrhunderte um seine Identit t k mpfte und warum Schlesien nach den Katastrophen des 20 Jahrhunderts und der Vertreibung der deutschen Bev lkerung seit 1989 wieder einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebt....

Title : Geschichte Schlesiens: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart
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ISBN : 3406676650
ISBN13 : 978-3406676659
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : C.H.Beck Auflage 1 10 Februar 2015
Number of Pages : 128 Seiten
File Size : 990 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Geschichte Schlesiens: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart Reviews

  • Ludwig Rastlos
    2018-11-14 11:10

    Dennoch hätte man den Text übersichtlicher gestalten können. Eine größere Schrift hätte es den sicher meist älteren Lesern einfacher gemacht.

  • fs32
    2018-11-16 09:23

    Sehr gut wie der größte Teil aus der - C.H. Beck Wissen Reihe -Informativer und gut erklärter Überblick über den geschichtlichen Werdegang Schlesiens.

  • timediver®
    2018-12-15 10:10

    "Doas ies ganz eefach, schlesisch gieht asu:Ala Nala haie nä, noia Nala haie a nä!"(Schläsinger Weisheit)Als gebürtiger Schlesier (Jahrgang 1937) aus in Albendorf im Landkreis Glatz (heute Wambierzyce, województwo dolnośląskie) zeichnet sich der Autor für zahlreiche Forschungsprojekte und Publikationen nicht nur zu Schlesien, sondern auch zur deutsch-jüdischen Geschichte, zur Reformationsgeschichte und Konfessionalisierung aus. Im Jahre 2000 prägte Prof. em. Dr. Arno Herzig eine fachliche Definition des Terminus Rekatholisierung, die einer Neubewertung dieses historischen Vorgangs innerhalb der Gegenreformation entspricht. Besonders bemerkenswert - weil für einen deutschen Historiker einmalig – ist, dass die Festschrift zu seinem 70. Geburtstag nur von polnischen Autoren verfasst wurde.Entgegen seinem Untertitel beginnt das erste Kapitel des Bandes bereits mit der Vorgeschichte. Unterschiedliche, nach ihren Fundorten benannte Kulturen, lassen auf verschiedene Populationen schließen. Als kulturell bedeutende Gruppe siedelten ab ca. 300 v. Chr. Kelten im schlesischen Raum, die sich jedoch nicht gegen die aus Jütland und Mittelschweden einwandernden Germanenstämme behaupten konnten. im 1. nachchristlichen Jahrhundert bezeichnete der griechische Geograf Ptolemäus diese Stämme als Silingai (Silinger). Nachdem das Gros der Silinger als Teilstamm der Vandalen abgewandert war, rückten seit dem 6. Jahrhundert westslawische Stämme ein, welche die Zurückgebliebenen assimilierten.Das polnische Herzogtum Księstwo Śląska entstand 1138 unter dem Piastenfürsten Władysław II Wygnaniec [s. a.: ""].- Nachdem ihn sein Stiefbruder Bolesław IV Kędzierzawy ins Exil nach Altenburg in Thüringen getrieben hatte, wo er im Jahre 1159 verstarb, war es Kaiser Friedrich I. "Barbarossa", der die Rückgabe Schlesien an die rechtmäßigen Erben Władysławs, durchsetzte. Herzog Henryk II Pobożny, ein Urenkel Władysławs, stellte sich am 9. April 1241 an der Spitze einer Allianz aus polnischen und deutschen Rittern den Mongolen in der Schlacht bei Legnickie Pole (Wahlstatt) entgegen, wo er eine vernichtende Niederlage erlitt und fiel. Nach Henryks Tod zerfiel Schlesien in mehrere Teilherzogtümer, die sich nach und nach dem Königreich Böhmen unterstellten . Während dieser Zeit holten die Piastenherrscher verstärkt deutsche Siedler nach Schlesien, die dort mehr als 100 neue Städte und über 1200 Dörfer nach deutschem Recht gründeten. Die ursprünglich slawischen Siedlungen passten sich zum großen Teil rechtlich, sozial und sprachlich den deutschen Siedlungen an. Unter dem böhmischen und deutschen König Karl IV. Aus dem Hause Luxemburg gelangte Schlesien 1348 zum Heiligen Römischen Reich. Da die schlesischen Herzogtümer jedoch direkt der Krone Böhmens unterstanden, besaßen sie keine Reichsstandschaft und damit keinen Sitz und Stimme im Reichstag.Der Tod des römisch-deutschen Kaisers aus der Dynastie der Habsburger, Karl VI., am 20. Oktober 1740 diente dem preußischen König Friedrich II. als Anlass, seinen Anspruch auf Schlesien zu erheben, den er damit begründete, dass die Fürstentümer Liegnitz, Wohlau und Brieg nach dem Aussterben der schlesischen Piasten an Brandenburg fallen sollten. Obwohl die Rechtmäßigkeit dieser Erbverbrüderung bereits damals vom böhmischen König Ferdinand bestritten und 1546 aufgehoben wurde, fiel Friedrich "der Große" nach Ablauf eines Ultimatums am 16. Dezember 1740 in mit 27.000 Mann in Schlesien ein. Zur Sicherung seiner Beute sollte Friedrich II. noch zwei weitere Kriege führen, wobei der Dritte Schlesische Krieg (Siebenjährige Krieg; 1756–1763) als erste weltweit geführte Auseinandersetzung (zwischen dem preußischen Verbündeten England und Frankreich) in die Geschichte eingehen sollte. Während der südliche Teil Schlesiens bei Böhmen verblieb und als Österreichisch-Schlesien bezeichnet wurde, bildete der preußische Teil seit 1815 die Provinz Schlesien, die auch nach der Gründung des Zweiten Deutschen Kaiserreichs (1871) im Besitz Preußens bleiben sollte. Zwischen 1919 bis 1938 und erneut zwischen 1941 bis 1945 wurde sie in die preußischen Provinzen Niederschlesien mit und Oberschlesien aufgeteilt.Nachdem bei einer Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 59,6% der Bevölkerung für einen Verbleib bei Deutschland und 40,4% für eine Abtretung an Polen votiert hatten wurde Oberschlesien längs der sogenannten Sforza-Linie geteilt und Ostoberschlesien als Autonome Woiwodschaft Schlesien dem wiedergegründeten Polen angegliedert. Am 31. August 1939 inszenierte ein SS-Kommando den "Überfall polnischer Freischärler" auf den Sender Gleiwitz, der Hitler gegenüber der deutschen Bevölkerung als Rechtfertigung des Angriffs auf Polen dienen sollte. Entgegen der ursprünglichen Absicht der Westalliierten, die Glatzer Neiße als neuen Grenzverlauf zwischen Polen und Deutschland einzurichten, konnte Stalin die Görlitzer Neiße als neue Grenze durchsetzen. Infolge der Westverschiebung Polens wurden 3.587.300 Schlesier aus ihrer Heimat vertrieben. Nur von Niederschlesien verblieb ein kleiner Zipfel in der neugegründeten DDR, der nach der deutschen Wiedervereinigung zum Bundesland Freistaat Sachsen gehört. Bei der Volkszählung im Jahre 2002 bezeichneten 173.000 Einwohner, vornhemlich in der Wojewodschaft Oppeln, als Ślůnzoki, von denen etwa ein Drittel im täglichen Leben die po ślónsku spricht.Nachdem Herzig die Geschichte Schlesiens in acht Kapiteln dargestellt hat, kommt er zu dem Ergebnis, dass eine objektive Geschichtsschreibung auf deutscher und polnischer Seite, häufig auch in Zusammenarbeit, eine national verengte historische Sichtweise, welche auf beiden Seiten zur Legitimation territorialer Ansprüche hatte herhalten müssen, überwunden wurde.Zu den Materialien des Bandes gehören zwei Landkarten, eine Zeittafel, Literaturhinweise, sowie jeweils ein Personen- und ein Ortsregister.5 Amazonsterne für eine gelungene sachliche Darstellung innerhalb eines europäischen Gesamtkontextes.

  • Unbekannter Zeuge
    2018-11-25 04:53

    Wie bei geschichtlichen Werken nicht selten (aber keinesfalls immer), so setzt auch dieser Text die Geschichte der Menschen einer Region mit der Geschichte der Eliten gleich. Das Buch hangelt sich von König zu König, erläutert Ränkespiele um die Vergabe von Posten herum, wer mit wem warum über Erbfolgen kungelte und wer weshalb dafür oder dagegen war, führt genau aus, welcher Landstrich gerade Herzogtum war und welcher Grafschaft und welche Grafschaften welchen Diözesen unterstellt waren. Zudem allerhand weiteres Administratives, beispielhaft auf Seite 57: "Zwar blieb die Patrimonialgerichtsbarkeit, die der Adel in seinen Gutsbezirken ausübte, erhalten, doch übten die Oberamtsregierungen, die in Justizsachen dem schlesischen Justizminister unterstanden, die Oberkontrolle aus."Sicherlich ist Arno Herzig ein großartiger Experte und weiß all das glasklar darzustellen, aber will man es wirklich so genau wissen, wenn man zu einem kurzen Überblickstext für Einsteiger greift (worum es sich bei Büchern der Reihe CH Beck Wissen eben handelt)?Meines Erachtens hätte sich Herzig in diesen Dingen deutlich kürzer fassen können und sich stattdessen mehr den Menschen Schlesiens widmen sollen. Man erfährt nicht, wer diese waren, wie viele überhaupt, welche Sprachen sie sprachen, ob Deutsche und Slawen miteinander oder eher nebeneinander lebten, wann und ob sie überhaupt ein Nationalbewusstsein entwickelten. Auch nicht, was im Zuge der Ostsiedlung eigentlich geschah, ob die in Schlesien siedelnden Slawen verdrängt oder inkorporiert wurden, woher die Siedler kamen, wie die Zahlenverhältnisse waren etc.Man erfährt auch nicht viel darüber, wie diese Menschen dachten und wie ihr Leben aussah, ihr Alltag, ihre Arbeit, mir scheint all das aber genauso wichtig und interessant zu sein wie die Geschichte der Könige, Fürsten und Feldherren, sodass auch in einem kleinen Buch für Einsteiger Platz dafür sein sollte.