Read Verhängnisvolle Scham: Israels Politik und das Schweigen der Christen by Mark Braverman Online

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Kann man Israel kritisieren, ohne antisemitisch zu wirken Eine prophetische j dische Stimme im verfahrenen Konflikt um Pal stina Ein erhellendes Buch provozierend und unerh rt Mark Braverman wuchs in einem traditionellen j dischen Zuhause in den Vereinigten Staaten auf Als Jude hat er starke famili re und emotionale Bindungen an das Heilige Land Doch je h ufiger er das Land besucht und er sieht, was dort geschieht, desto gr er werden seine Zweifel Warum tut Israel, was es tut Hat es ein Recht dazu Und warum h rt die israelische Regierung so wenig Widerspruch weltweit In diesem Buch stellt Braverman die Antworten vor, die er auf seine Fragen gefunden hat Er fragt nach den Motiven, die den Konflikt anheizen, und entdeckt sie in der fatalen gemeinsamen Geschichte von Juden und Christen Mit Leidenschaft und genauer Analyse zeigt Braverman, wie Chauvinismus und Scham den Konflikt in Pal stina nur vertiefen und Israel in die Katastrophe f hren Gibt es einen Ausweg Vielleicht Wenn Juden und Christen sich auf ihre gemeinsame prophetische Tradition der Gerechtigkeit besinnen, sind neue Wege denkbar....

Title : Verhängnisvolle Scham: Israels Politik und das Schweigen der Christen
Author :
Rating :
ISBN : 3579066846
ISBN13 : 978-3579066844
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : G tersloher Verlagshaus 24 Oktober 2011
Number of Pages : 271 Pages
File Size : 690 KB
Status : Available For Download
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Verhängnisvolle Scham: Israels Politik und das Schweigen der Christen Reviews

  • ku16
    2019-10-05 19:15

    Das von dem US-amerikanischen Psychologieprofessor Mark Braverman geschriebene, und unter dem englischen Titel „Fatal Embrace“ herausgegebene Buch ist als deutschsprachige Übersetzung von Bernardin Schellenberger im Gütersloher Verlagshaus 2011 erschienen. Inhaltlich kurz umrissen liefert der Autor zunächst eine, vom Holocaust ausgehende Analyse des Nahostkonflikts und führt daraufhin sowohl einen theologisch/psychologisch begründeten Lösungsansatz an und stellt gleichzeitig zum Ende des Buches politische Forderungen auf, die an den christlichen Leser adressiert sind.Die Sprache des Buches ist recht uneinheitlich. Der Autor wechselt oft zwischen narrativen, biographischen Schilderungen, systematisch-theologischen Erklärungen und Diskursen und geht oft in politische Imperative über. Mit seinem äußerst mutigen Buch bringt er seine Leser in die Position, der Menschen des Märchens „Des Kaisers neue Kleider“, denn Braverman spricht das verbotene, ja das gefährliche aus und postuliert gleichzeitig, dass es nicht verboten sein soll, nämlich, die Politik des israelischen Staates offen zu kritisieren. Hier steht sein Buch als ein klarer Apell vor allem an Christen der westlichen Welt, sich mit dem Leid der Palästinenser zu solidarisieren und auf der anderen Seite Israels Politik zu kritisieren. Zudem tätigt er den Aufruf an „das jüdische Volk“, das eigene Handeln besser zu reflektieren und für das eigene Wohl radikal andere Politik zu betreiben, der von innen angenommenen Opferrolle zu entfliehen und somit auch keine Sonderrolle mehr innerhalb der Völker einzunehmen. Dadurch überwinde es auch die ständige Angst, ausgelöscht zu werden, die Braverman in einer kollektiven Psychoanalyse auf das ganze jüdische Volk angewandt als Resultat der Jahrtausende langen Verfolgung der Juden und dessen Gipfel in der Shoah sieht. Außerdem sei es dem jüdischen Volk dadurch möglich, den Zionismus zu überwinden und letztlich auch aus der spirituellen Krise, in der sich Israel aufgrund dessen unmoralischer Politik derzeit befindet, zu entfliehen. In einen „neuen Bund“ sollte Israel in Frieden mit den Palästinensern leben. Die Überwindung des kollektiven post-holocaust-Traumas der Juden sei nur durch Wiederaufnahme der Gespräche zu erreichen. Leider erklärt Braverman nur spärlich, wie denn nun der Konflikt abgesehen von der inneren Zerrissenheit „der Juden“ rein pragmatisch auf politischem Wege zu lösen sei. Auch bei der Frage, ob eine Ein- oder Zweistaatenlösung richtig wäre bleibt er neutral. Der häufig aufgestellte Vergleich der Politik Israels mit dem Holocaust ist sehr kritisch zu sehen. Auch sind die Argumentationen, die er aus der Befreiungstheologie hernimmt in Verbindung mit der schon angesprochenen, kollektiven Psychoanalyse auf ein ganzes Volk recht verwirrend und dienen meiner Ansicht nach nur als Unterfutter für seine Thesen. Diese jedoch sind für einen christlichen Theologen aus Deutschland, der dritten Generation nach der Shoah - wie mich - sehr wohltuend. Dank des Buches von Braverman, der als amerikanischer Jude auch während der Entstehung des Buches mit Holocaustüberlebenden zusammen gearbeitet hat, ein Buch unter anderem an Christen in Deutschland adressiert schreibt und darin dazu auffordert, offen die Politik Israels zu kritisieren, ist ein, meiner Meinung nach großer Schritt für den Frieden in Israel/Palästina und den christlich/jüdischen Dialog geleistet worden. Diese Kritik und den Appell an die Christenheit schreibt er meiner Einschätzung nach aus einer sehr seriösen, persönlichen Sorge um sein eigenes Volk heraus. 68 Jahre nach dem Holocaust sollte ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland nicht nur ein tief-sitzendes Schuldgefühl gegenüber der Schoah haben sondern auch Verantwortungsbewusstsein und die, daraus resultierende Pflicht, einem Juden wie Mark Braverman zuzuhören. Seine Grundthese, nämlich die Legitimität von Kritik an der Politik Israels kann ein neues Kapitel in der Geschichte der deutsch-jüdischen Freundschaft einleiten und sie in eine Zeit führen, in der nicht nur freundschaftliche Zuwendung aus Schuldgefühlen heraus sondern echte Freundschaft existiert. Eine solche, in der ernst gemeinte Zuwendung vorhanden ist, in der man Kritik am Andern, aus Sorge um das Wohlergehen des Anderen heraus, formulieren kann, ist eine gute und langlebige Freundschaft.Shalom, Mr. Braverman!

  • Martina Bachmeier
    2019-10-04 00:02

    Mark Braverman, klinischer Psychologe und engagierter Friedensaktivist wurde einen Monat vor der Ausrufung des Israelischen Staates im Jahre 1948 geboren. In einer traditionell jüdischen Familie in den USA aufgewachsen, war seine Jugend vom romantischen Traum eines Heimatlandes geprägt. Erst im Jahr 2006, bei einem Besuch der Westbank, begann er sein Ideal zu hinterfragen. Palästinenser erzählten ihm ihre Geschichte, Geschichten von Unrecht, Enteignung und Schikane, er sah ein Feindbild bröckeln und es ließ sich nicht mehr wieder errichten. "Mir dämmerte die Einsicht, dass wir eine Lösung für unsere Geschichte der Verfolgung und des Leidens nicht würden erreichen können, indem wir ein anderes Volk unterdrückten." (12)Das oben genannte Buch erschien unter dem englischen Titel „Fatal Embrace – Christians, Jews, And the Search for Peace in the Holy Land“ und ist als deutschsprachige Ausgabe 2011 im Gütersloher Verlagshaus erschienen. Dieses Buch, richtet sich, wie der Englische Untertitel schon andeutet, sowohl an Christen, als auch an Juden, die dazu aufgefordert werden gründlich über ihre eigene Identität nachzudenken und diese zu revidieren. Unterfüttert mit seinen eigenen Erfahrungen, historischen Quellen, Stimmen verschiedenster christlicher und jüdischer Theologen und Zitaten aus der Heiligen Schrift, erläutert er den Konflikt um das Heilige Land in drei Schritten.Im ersten Teil des Buches beschreibt er zunächst die aktuelle Diskussion in den USA und dann die Entstehung des Konflikts, indem er auf seine eigenen Erfahrungen im Nachkriegsamerika und dann auf Begegnungen mit Palästinensern eingeht. Weiter skizziert er die Geschichte des Staates Israel mit besonderem Blick auf die Auswirkungen des Antisemitismus und des Zionismus.Im Zweiten Teil geht er besonders auf die christliche Wiedergutmachung ein, wobei er zu Beginn einen Überblick über die Revidierung der christlichen Theologie gibt, „die implizit zweitausend Jahre lang hinter dem westlichen Antisemitismus steckte“(33). Einige progressiv christliche Stimmen der Gegenwart, die sich mit dem Heiligen Land und dem jüdischen Volk beschäftigen, kommen zu Wort und werden kritisch betrachtet.Im dritten Teil werden jüdisch progressive Autoren und anschließend Israels Sozialkritiker vorgestellt. Aus den vorhergehenden Einsichten werden verschiedene friedliche Lösungsansätze gebildet. Zum Schluss richtet er sich an die religiösen Gemeinschaften, die er dazu auffordert „eine breite Bewegung in Gang zu bringen, die den politischen Wandel herbeiführen könnte“(34).Im Zuge dieses Buches beleuchtet Braverman alle Rollen in diesem Konflikt. Er zeigt insbesondere den deutschen Christen, wie sie in Folge des Holocaust und des jahrhundertealten Antisemitismus, heute blind gegenüber den Taten des Staates Israel sind. Er beschreibt die USA, als den Makler Israels (107), der den Staat unterstütz wo er nur kann und erklärt den Juden wie sie schon seit Anbeginn des Volkes Israel, in der Opferrolle stecken und ihre Passah-Mahl-Liturgie dies immer wieder aufbringt (12).Es scheint heutzutage verboten zu sein, den Staat Israel anzugreifen, sei es ein genereller Angriff an den Staat oder eine Kritik an der Politik des Staates, beides wird mit Antisemitismus gleichgesetzt. Sollten wir aber wegsehen, wenn die Rechte von Menschen verletzt werden, nur weil die Verletzung durch ein Volk erfolgt, das in der Geschichte eine besonders tragische Rolle spielt? Insbesondere dieses Opferdasein scheint den Juden immer wieder das Recht zu geben, zu Handeln wie sie wollen. Doch genau dieses blinde Wegsehen, das wir seit den Grausamkeiten des jüdischen Holocausts betreiben, darf nicht sein und Braverman scheint einer der wenigen Mutigen zu sein, die dies endlich laut aussprechen.Ich bin froh, dass endlich jemand ausspricht, was sich niemand zu sagen traut. Eine Kritik an Israel darf und muss sein um diesen Konflikt zu lösen! Wir können nicht weiter unsere Augen und Ohren schließen, weil wir uns selbst schuldig fühlen. Der Titel des Buches sagt es schon aus, es ist eine „verhängnisvolle Scham“, die uns über Israels Politik schweigen lässt.Ich werde oft gefragt, wie ich als deutsche Christin Israel kritisieren kann, dabei denke ich, dass ich >gerade< als deutsche Christin eine Verpflichtung habe Menschenrechtsverletzungen anzusprechen und zu verhindern. Eines habe ich gelernt, ich bin zwar nicht verantwortlich für die Taten meiner Vorfahren, aber ich bin verantwortlich für meine eigenen Taten und für die Zukunft der Welt in der wir leben. Braverman versucht uns zum eigenen Denken anzuregen, damit wir handeln können um die Zukunft mitzubestimmen.

  • Jürgen Stappenbeck
    2019-09-23 00:25

    Der Autor hält den Christen, besonders den deutschen, den Spiegel vor: Daß sie die Augen vor Unrecht verschließen, das im Namen des Holocaust an den Alteingesessen im historischen Palästina von Juden verübt wird. Ich schäme mich für meine Kirche und für die deutschen Politiker. Ich hoffe, daß die Wahrheit zum Geschehen im Nahen Osten endlich bekannt wir und der Schleier der bequemen Unwahrheit sich verflüchtigt - auch dank Rabbi Mark Braverman.