Read Der Schlaf des Analytikers: Die Müdigkeitsreaktion in der Gegenübertragung by Ralf Zwiebel Online

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Die M digkeit des Analytikers ist eine unvermeidliche, wenn auch in der Regel unerw nschte Reaktion in der analytischen Situation Richtig verstanden kann ihm dieses Ph nomen wertvolle diagnostische und behandlungstechnische Hinweise liefern Ausgehend von der inneren Arbeitsweise des Analytikers fasst Zwiebel die M digkeit als symptomatische Reaktion im Sinne einer St rung des abwartenden Zuh rens auf Patient, Analytiker und die besondere Struktur der analytisch therapeutischen Situation tragen zur Entwicklung dieses Ph nomens bei Er diskutiert die Dynamik von Anwesenheit und Abwesenheit und zeigt, wie der Analytiker M digkeit durcharbeiten und bew ltigen kann.Zielgruppe PsychoanalytikerInnen Therapeuten aller Richtungen, denen das Ph nomen M digkeit nicht unbekannt ist...

Title : Der Schlaf des Analytikers: Die Müdigkeitsreaktion in der Gegenübertragung
Author :
Rating :
ISBN : 3608945415
ISBN13 : 978-3608945416
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Klett Cotta Auflage 3., berarb u aktual 1 September 2010
Number of Pages : 184 Pages
File Size : 590 KB
Status : Available For Download
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Der Schlaf des Analytikers: Die Müdigkeitsreaktion in der Gegenübertragung Reviews

  • B. G.-H.
    2018-11-05 08:28

    Die Quintessenz des Buchs: Müdigkeit in der Therapiestunde entsteht, wenn der Kontakt zwischen Patient und Behandler verloren zu gehen droht, sich also nichts mehr Echtes zwischen den beiden abspielt (Interesse = inter esse, "was dazwischen ist"). Mit einer gewissen Treuherzigkeit bemerkt der Autor, nicht ohne entsprechende Studien anzuführen, dass dies übrigens nicht nur in Analysen, sondern auch in andern Settings vorkomme.Das Verdienst des Buchs: Zwiebel sucht die Begründung für einen solchen Kontaktverlust nicht nur in den Abwehrmechanismen und Strukturdefiziten des Patienten, sondern beleuchtet darüberhinaus den Anteil des Behandlers und des Settings. Denn auch der Therapeut ist nun einmal nicht wie die unerschöpfliche Nährmutter "Erde"(obwohl Old Balint dies gern gehabt hätte), sondern ein Mensch mit Sehnsüchten, Ängsten und Schwächen, die ihm trotz aller Mühen noch nicht restlos bewusst sind. Es wird Zeit, dass wir uns ein wenig vom stark strapazierten Konzept der projektiven Identifizierung lösen, das Übertragungsmechanismen unterstellt, die ans magische Denken erinnern. Wäre es nicht weitaus einleuchtender zu vermuten, dass manche Patienten uns in sonst gut geschützten wunden Punkten unseres Selbsts berühren und so unsere Funktionalität beeinträchtigen? Ganz abgesehen von Versäumnissen in der eigenen Psychohygiene, die die Kraft eines Therapeuten schmälern.Zwiebel bringt zahlreiche Fallbeispiele aus eigener Praxis und scheut dabei problematische Verläufe nicht. Dies trägt erheblich zu Wert und Lesbarkeit des Buches bei. Natürlich gerät die Rezensentin ins Grübeln, wenn er sich von einer später schwierigen Patientin "verführt" fühlt, weil er ihr entgegen äußerer Schwierigkeiten einen Analyseplatz anbot. Tapfer gesteht er uns jetzt ein, dass er sie als Frau attraktiv fand und damals allgemein nicht ganz auf der Höhe war. Da kriegt man doch den Verdacht, dass er, ganz ohne ihr Zutun und nur durch den Anblick dieser Dame, in eine Ambivalenz stürzte, die er nicht angemessen auflösen konnte, und statt dessen lieber eine Manipulation der Patientin unterstellt. Da komme ich nicht ganz mit. Er versetzte sie erst zeitlich (er vergaß ihren Termin) und dann örtlich (er "nötigte" sie vom Sessel auf die Couch, was er selbst als Distanzierungversuch reflektiert). Trug das nicht stark zur anschließenden Haltung der Patientin bei, die nämlich fortan Stunde um Stunde vor sich hin schwieg? Auf die Art hielten die beiden qualvoll lange durch, ohne, wie Zwiebel selbst gesteht, die Dynamik je ganz zu erhellen, wobei er seine Hoffnung ausdrückt, dass dies Miteinander auf dunklen Wegen am Ende doch zu einer Besserung der Patientin geführt haben mag.Immerhin: Dass überhaupt soviel Einblick gewährt und somit Kritik ermöglicht wird, kommt unter Analytikern nicht alle Tage vor. Zwiebel beanstandet ganz zu Recht die vielen geschönt anmutenden Kasuistiken, die man sonst liest. Was ich an seinem Buch beklage: Die ungeheure Theorielastigkeit, die mikropsychologischen Verästelungen, die ins rein Spekulative führen (vor allem im letzten Kapitel) und sich teils noch mehrfach wiederholen. Deshalb ein Stern Abzug. Manchmal schien mir, dass hier ein Analytiker, ausgelaugt von der Arbeit in solch spezifischem Setting, in ausufernder Intellektualisierung die eigenen Frustrationen abwehrt, die zum Beispiel von versagten Bedürfnissen nach Beziehung im Hier und Jetzt sowie nach mehr Raum für die eigene Spontaneität herrühren. Es bleibt eben die Frage, welche seelischen Störungen tatsächlich am besten in Übertragung und Regression behandelt werden können. Würden nicht eine Menge Leute vom zu reflektierenden Kontakt mit dem echten Menschen mehr profitieren? Darüber sollten die Analytiker mal nachdenken - unter Einrechnung eigener Ängste vor Nähe. Spaß beiseite - das Buch hat mir insgesamt gut gefallen und, wie sich hier zeigt, zu denken gegeben. Als Bestätigung der These des Autors bin ich beim Lesen immer dann müde geworden, wenn er sich mit seiner Persönlichkeit zu sehr hinters Theoretisieren zurückzog.

  • N. N.
    2018-10-25 11:51

    Es handelt sich um einen grundlegend wichtigen Beitrag für die Praxis.Dem Verlag ist eine Neuauflage sehr ans Herz zu legen.