Read Diakonische Professionalität: Zur wissenschaftlichen Rekonstruktion des beruflichen Selbstkonzeptes von Diakoninnen und Diakonen. Eine ... Instituts an der Universität Heidelberg) by Rainer Merz Online

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Vorliegende empirische Studie zum diakonischen Selbstverst ndnis Selbstkonzept und Berufsauffassung von Diakoninnen und Diakonen in der Sozialen Arbeit zeigt, dass bei dieser Berufsgruppe Lebens und Berufsvorstellungen erkennbar sind, die als eine in der Moderne kommunizierbare Form diakonischer Kirchlichkeit gesehen werden k nnen Durch die Vorstellung und Auswertung von erz hlten Berufs Biographien wird beschrieben, wie Diakoninnen und Diakone mit den die Gesellschaft strukturierenden S kularisierungs , Pluralisierungs und religi sen Wandlungsprozessen umgehen, welche Sinnkonstruktionen, Profilmerkmale und Bew ltigungsmuster in ihrem Berufsalltag Selbstbewusstsein und Handlungsorientierung vermitteln....

Title : Diakonische Professionalität: Zur wissenschaftlichen Rekonstruktion des beruflichen Selbstkonzeptes von Diakoninnen und Diakonen. Eine ... Instituts an der Universität Heidelberg)
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ISBN : 3825353710
ISBN13 : 978-3825353711
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Universit tsverlag Winter GmbH Heidelberg Auflage 1 September 2007
Number of Pages : 306 Seiten
File Size : 882 KB
Status : Available For Download
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Diakonische Professionalität: Zur wissenschaftlichen Rekonstruktion des beruflichen Selbstkonzeptes von Diakoninnen und Diakonen. Eine ... Instituts an der Universität Heidelberg) Reviews

  • Donald Duck
    2019-06-09 23:37

    Mit seiner Studie über das berufliche Selbstkonzept von Diakoninnen und Diakonen in der Evangelischen Kirche in Deutschland schliesst Rainer Merz, Dr. rer. soz., Diakon, Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Päd., eine Lücke im Diskurs um die Frage des Berufsbilds und Selbstverständnisses im Diakonat. Sie ist ein gelungenes Beispiel für empirische diakoniewissenschaftliche Forschung. Vieles lässt sich zudem sehr gut auch auf aktuelle Prozesse in der Schweiz anwenden.Anhand sechs empirisch meisterhaft ausgewerteter Interviews mit ausgewählten Diakoninnen und Diakonen belegt Merz, dass die Berufs- und Lebensvorstellungen der in dieser Berufsgruppe tätigen Männer und Frauen als eine der Moderne kommunizierbare Form diakonischer Kirchlichkeit angesehen werden können.Das Buch gliedert sich in drei grosse Abschnitte, ein erster zur Rekonstruktion der Diskussion um Diakonie und Professionalität, ein zweiter zur methodischen Begründung und Darstellung der Interviews und ein dritter zum Vergleich zwischen den Interviews und zu ihrer verallgemeinernden Auswertung.Merz beschreibt packend den Werdegang der Diakoninnen- und Diakonenausbildung am Beispiel der 1876 gegründeten Stiftung Karlshöhe, die bis 1970 ausschliesslich Männer ausbildete. Ab 1971 wurde sie als Höhere Fachschule geleitet; schliesslich kam es 1994 zur Gründung der Evangelischen Fachhochschule für Diakonie. Mit Beschluss der Synode von 1998 hat die Württembergische Landeskirche die Trägerschaft der Ausbildung übernommen.Doppelte Qualifikation bedeutet integrierte AusbildungDie berufliche Situation von Sozialdiakoninnen und -diakonen ist als hochkomplex und von widersprüchlichen Anforderungen gekennzeichnet. Auf der einen Seite stehen Säkularisierungs-, Pluralisierungs- und religiöse Wandlungsprozesse, denen im diakonischen Bereich ein Wandel von Fürsorgeprinzipien zum ökonomisch bestimmten Leistungsprinzip entspricht. Auf der anderen Seite stehen die traditionellen, kirchlich begründeten Erwartungen, die seit Wicherns Schriften zum Diakonat das Berufsverständnis bestimmen. Daraus ergibt sich schliesslich das spannungsreiche Postulat der doppelten Qualifikation.Eine wesentliche Voraussetzung zur Erreichung der doppelten Qualifikation ist, dass die theologischen, sozial- und humanwissenschaftlichen Qualifikationen auf interdisziplinäre Weise vermittelt werden, das heisst, dass die Lehr- und Lerninhalte der verschiedenen Fachdisziplinen nicht in additiver, sondern in integrierender Art gelehrt werden. Dieses didaktische Prinzip ist für Diakoninnen- und Diakonenausbildungen wesentlich.Doch was kommt beim beschriebenen integrierten Ausbildungsmodell heraus? Das Kapitel, das die Interviews vorstellt und auswertet, ist vermutlich für wissenschaftliche wie für nichtwissenschaftliche Lesende das spannendste. Der Verfasser geht präzise und kompetent mit dem Material um. Geschickt sind Selbstaussagen der Befragten und auswertende Kommentare kombiniert, so dass die Lesenden den jeweiligen Lebenslauf gut nachvollziehen können.Diakonie ist mehr als die Vermittlung des NotwendigenWas bereits in anderen sozialwissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde, nämlich dass in der sozialen Arbeit Tätige meist nicht recht beschreiben können, worin ihre speziellen Handlungskompetenzen bestehen, trifft zum Teil auch für im Diakonat Stehende zu. Merz konnte aber aufzeigen, dass das professionelle Selbstverständnis der Diakoninnen und Diakone durchaus über die Berufserfahrungen hinausgeht.So war - ohne dass es explizit von den Interviewten angesprochen wurde - das christliche Menschenbild die Grundlage und der Ausgangspunkt ihres sozialdiakonischen Handelns. Dies führte bei den Befragten zu Deutungsmustern und Handlungsstrategien, die als spezifisch diakonisch zu identifizieren sind.Ihre fachlichen Erklärungsansätze waren meist mehrperspektivisch und damit auch von ihrer Glaubenshaltung geprägt. Durch den entlastenden Glauben an einen mitwirkenden und mitverantwortenden Gott zeigten die Sozialdiakoninnen und -diakone im Zusammenhang mit schwierigen Arbeitssituationen eine gewisse Enttäuschungsresistenz und Durchhaltefähigkeit.Damit nimmt Merz eines der zentralen Anliegen von Marc Edouard Kohler auf, der in der Ordination zum Diakonat die «Ent-Personalisierung» sieht. Gemeint ist damit nichts anderes als die entlastende Funktion der persönlichen Spiritualität im Zusammenhang mit sozialfachlichem Handeln, eben der diakonischen Professionalität!