Read Anamnese: Eine Ärztin aus der DDR erzählt (Erkundungen • Entwürfe • Erfahrungen) by Cornelia Norden Online

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1971, die gerade promovierte rztin muss ihre Karriere unterbrechen Sie fliegt mit ihrem Mann, einem DDR Diplomaten, nach Chile in das Land der Volkseinheitsregierung, das demokratisch zum Sozialismus gelangen will Sie ist Augenzeugin, wie Pr sident Salvador Allende Reformen zu Volkes Wohl durchsetzt Sie sieht das Gl ck ihrer Patienten mit von Tuberkulose zerfressenen Lungen und ausgepumpten Herzen sich erstmals von rzten in den wei bezogenen Betten eines Universit tsklinikums behandeln lassen zu k nnen Sie ist auch in Santiago de Chile, als die Vision von Gerechtigkeit und Gleichheit im Blut des Milit rputsches versinkt.Ihr medizinisches Handwerk, Berufsethik und wissenschaftliches R stzeug erlernte sie ab 1961 in Moskau, wo sie die Heimat der Sieger des Zweiten Weltkrieges entdeckt, die nicht hadern, die jungen Deutschen aus der DDR aufzunehmen, auszubilden und teilhaben zu lassen an dem, was sie selbst hatten Nach rztlicher und wissenschaftlicher T tigkeit in der DDR hilft sie in Kuba den Wissenschaftskomplex der Gef erkrankungen zu entwickeln.Zur ck in der DDR und nach Habilitation etabliert sie an der Akademie der Wissenschaften eine Abteilung zur Erforschung von Arteriosklerose und Thrombose, die nach dem Beitritt verschwindet Sie findet in der Klinischen Entwicklung eines Pharma Unternehmens neue Aufgaben Jetzt ist sie Rentnerin, die Texte f r den Enkel schreibt Eine spannende Biographie, die allen widerspricht, die dem Leben in der DDR nur Mittelma , Langeweile und sturen Kollektivismus zubilligen....

Title : Anamnese: Eine Ärztin aus der DDR erzählt (Erkundungen • Entwürfe • Erfahrungen)
Author :
Rating :
ISBN : 3935194595
ISBN13 : 978-3935194594
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Edition Schwarzdruck Auflage 1 24 Juli 2013
Number of Pages : 332 Seiten
File Size : 686 KB
Status : Available For Download
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Anamnese: Eine Ärztin aus der DDR erzählt (Erkundungen • Entwürfe • Erfahrungen) Reviews

  • Michael Behr
    2019-01-19 13:23

    Diese Frau wollte die Welt verändern, und sie hat sie dort verändert, wo sie ihr Tätigkeitsfeld fand,in der Medizin und in der Gesellschaft, in der DDR, in der Sowjetunion, in Chile und in Kuba. Um den möglichst realistischen Blick auf ihr eigenes Leben zu erreichen, schaut sie von außen, wie der Arzt bei der Anamnese, auf ihre eigene Entwicklung, und ihr gelingt damit eine berührend ehrliche Sichtweise auf ihr Leben und auf das Scheitern des realen Sozialismus.Wer genauer verstehen will, wie eine kreative Ärztin und mutig Frau die Jahre der DDR miterlebte, der sollte dieses Buch lesen.Michael Behr, Leipzig

  • Conny
    2019-01-09 16:06

    Selbstbefragung schien ihr anfangs sinnlos, doch der sprichwörtliche Floh im Ohr stichelte permanent: „Schreib auf!“ Derart gepeinigt gab sie nach, der „Floh“ obsiegte. Nun mögen die Leser urteilen.1943 in Berlin geboren, verlebte Cornelia Norden ihre Jugend in einer Vier-Sektoren-Stadt. Die häusliche Prägung – die Eltern waren aktive NS-Gegner – trug Früchte: Cornelia Norden wurde Jungpionier, FDJ-Mitglied. Für sie unvergesslich bleibt, 1952 zu den Auserwählten einer Jugenddelegation gehört zu haben, die Wilhelm Pieck anlässlich der II. Parteikonferenz Blumen überreichen durften. Die im Verlagswesen arbeitende Mutter sorgte dafür, dass Bücher „Alltagsnahrung“ für die Heranwachsende wurden. Achtzehnjährig kam sie zum Medizinstudium nach Moskau. !970 heiratete sie einen Jugendfreund, einen in Moskau ausgebildeten Diplomaten. Eine Tochter wurde geboren, ein Sohn folgte später.Alsbald wurde das Paar hinaus in die Welt geschickt – zunächst ins revolutionäre Chile von Salvador Allende. Cornelia Norden beschreibt, wie glücklich ihre Patienten mit von Tuberkulose zerfressenen Lungen und ausgepumpten Herzen waren, nunmehr erstmalig in Kliniken behandelt zu werden. Aber sie wurde dann auch Zeitzeugin, wie der hoffnungsvolle Ansatz von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in Chile durch putschende Generale 1973 in einer Blutorgie ertränkt wurde.Der Diplomat und die Ärztin fanden 1978 in Kuba neue Herausforderungen. Cornelia Norden stieg am Institut für Gefäßchirurgie und Angiologie zur Beraterin des Direktors auf. Dieser ging mit ihr gemeinsam die „Männerbarriere“ in der Zunft an. Und gemeinsam gelang ihnen auch der Ausbau einer leistungsfähigen gefäßchirurgischen Klinik mit diagnostischen Labors, Operationstrakt und einer Ambulanz.1981 verlassen die Nordens die Karibikinsel, ihre „zweite Heimat“. In Berlin habilitierte sich Cornelia Norden. Ihre neue Arbeitsstätte wurde die Akademie der Wissenschaften der DDR. Sie wurde Leiterin des Wissenschaftlichen Sekretariats am Institut für Herz-Kreislauf-Forschung.Nach dem „Beitritt“ ihres Staates DDR zur Bundesrepublik Deutschland erlebte sie Abwicklungshorror und staunte über die wachsende Population der „Wendehälse“. Verbissen dagegen ankämpfend, erreicht sie schließlich einen persönlichen Erfolg, denn das Pharma-Unternehmen Schering zeigte Interesse an der DDR-Professorin. Sie tauchte in eine ihr fremde Welt ein, in der mit harten Bandagen gekämpft wird. Der Moloch „Bayer“ vereinnahmte das Berliner Traditionsunternehmen. Scherings Vorstand und Aufsichtsrat gingen gewiss nicht leer aus, vermutet die Autorin. „Der Betriebsrat kümmerte sich um die Mitarbeiter und besänftigte deren Angst vor Entlassungen und Unruhe vor neuen Regeln friedvoll.“ Protestmärsche gegen die radikale „Verschlankung“ des Unternehmens blieben wirkungslos. Dafür erfolgten innerhalb kurzer Zeit Logowechsel: 2006 nannte man sich Bayer Schering Pharma AG, 2011 dann wortgewaltig Bayer Health Care Pharmaceuticals. Damit war das ursprüngliche Berliner Traditionsunternehmen Schering endgültig vom Markt.Cornelia Norden irritierten all die obskuren Aktionen im Sinne steigender Profitmargen. 2008 schied sie aus dem regulären Arbeitsleben aus. „Sie sollen nicht so viel denken!“, war sie dereinst von ihrem Schering-Leiter in einem Vieraugengespräch freundlich ermahnt worden. Cornelia Norden hat sich daran nicht gehalten. Und das ist auch gut so.Und gut ist auch, dass sie auf ihren „Floh“ gehört hat und ihre Erlebnisse und Erfahrungen niederschrieb. Ihre episodisch angelegte autobiographische Skizze widerspricht dem offiziell verordneten Bild über Leben und Arbeiten in der DDR, das ignorant mit den Attributen wie „Mittelmaß“, „Langeweile“, „Kollektivismus“ operiert.Norbert Podewin, Neues Deutschland, 23.11. 2013

  • Ursula Plagemann
    2019-01-11 19:01

    Ihr Lebensweg wird in der dritten Person umfangreich und sehr ehrlich beschrieben – von der Geburt im Kriegs-Berlin über viele Stationen, wie zum Beispiel Oberschule, Medizin-Studium in Moskau, Praktikum in einem sowjetischen Kleinstadt-Krankenhaus (an einem Ort, in dem Kämpfe des Großen Vaterländischen Krieges zwischen der Roten Armee und den Deutschen tobten). Weiter beschreibt sie ihr Leben und Arbeiten als Ärztin und Wissenschaftlerin in Berlin, Chile und Kuba.Die kleine, zierliche Frau mit großem Herz, Power, Weltoffenheit, Weitsicht und politischen Engagement ist jetzt 70 Jahre alt. Sie hat unendlich viel erlebt und geleistet, sie war anerkannt und geachtet. Doch mit der Wende und dem Ende der DDR wollte man sie und ihre Fähigkeiten nicht mehr, bis sie 1991 in der Pharmaindustrie noch einmal durchstarten konnte. Hier begegnete sie ungewohnten marktwirtschaftlichen (sprich kapitalistischen) Bedingungen, die es ihr nicht immer leicht machten, jedoch auch hier wurde sie eine erfolgreiche und geachtete Mitarbeiterin.Es ist ein sehr interessantes Buch, in dem auch die Poesie nicht zu kurz kommt.Ursula Plagemann, Leipzig

  • Lieselotte Joseph
    2019-01-20 13:22

    Cornelia Norden erzählt sehr spannend, unterhaltend und voller Witz von ihrem Leben und Werden in der DDR und der Zeit danach, die sie ebenfalls mit der ihr eigenen Energie und Freude meisterte.Wer mehr wissen will, welche Möglichkeiten die untergegangene DDR den Frauen ermöglichte und wie sie trotz Kinderschar sich erfolgreich entwickeln konnten, sollte unbedingt dieses Buch lesen!Neben den vielen Enttäuschungen, die Cornelia Norden erlebte, blieb sie optimistisch und vermag mit der eigenen Anamnese anderen Mut zu geben.