Read >Journalisten der Finsternis<. Akteure, Strukturen und Potenziale deutscher Afrika-Berichterstattung (Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ) by Lutz Mükke Online

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Seit Jahrzehnten wird von Wissenschaft und journalistischer Praxis harsche Kritik an Pr sentation und Inhalt der Afrika Berichterstattung in den deutschen Medien ge bt Lutz M kke m chte mit Journalisten der Finsternis der in Deutschland blichen inhaltsanalytischen Auseinandersetzung eine ausf hrliche Analyse der an der Afrika Berichterstattung beteiligten Kommunikatoren Korrespondenten, Redaktionsmitarbeiter, Producer, Stringer zur Seite stellen Er beschreibt zudem Strukturen u a Nachrichtenauswahl, konomische Rahmenbedingungen, Gatekeper Positionen , die die journalistische Informationsverarbeitung zu Afrika Themen ma geblich bestimmen.Die Untersuchung verfolgt zwei Ziele Sie will einen kritischen Beitrag zur Professionalisierung des Auslandsjournalismus leisten und dar ber hinaus Anregungen f r den theoretischen Diskurs ber Auslandsberichterstattung bieten Sie bezieht sich dabei auf die derzeit g ltigen Leits tze des praktischen Journalismus Pressekodex , l sst Erfahrungen von Journalisten einflie en und stellt au erdem viele empirische Daten bereit....

Title : >Journalisten der Finsternis<. Akteure, Strukturen und Potenziale deutscher Afrika-Berichterstattung (Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ)
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ISBN : 9783938258941
ISBN13 : 978-3938258941
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Herbert von Halem Verlag 1 Juni 2009
Number of Pages : 560 Seiten
File Size : 882 KB
Status : Available For Download
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>Journalisten der Finsternis<. Akteure, Strukturen und Potenziale deutscher Afrika-Berichterstattung (Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ) Reviews

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    2019-02-19 04:17

    Rezension der Süddeutschen Zeitung (240/2009)Trügerische BilderWie wird aus Afrika berichtet? Und wie wichtig wird das Thema genommen? Die 557 eng bedruckten Seiten des jungen Journalisten und Wissenschaftlers Lutz Mükke sind ein informatives Kompendium. Der Autor zitiert den langjährigen ARD-Korrespondenten Hans-Josef Dreckmann zur Frage der Abhängigkeiten von Hilfsorganisationen: 'Wenn es vor allem wegen der Fernsehbilder eine Welle der Hilfsbereitschaft gibt, darf ich das mit dem Hinweis auf Fehlverhalten einfach in Frage stellen?' Und noch ernster fragt sich Dreckmann: Wenn durch die Kritik Hilfe eingestellt werde, 'trifft es dann nicht vor allem die Falschen? Bestätige ich nicht durch meine Kritik die ohnehin schon vorhandenen Vorurteile?'Die Abhängigkeit von Hilfsorganisationen wird ergänzt durch die Abhängigkeit von den anglo-amerikanischen Leitmedien BBC und CNN. Deren Bilder aus Afrika bewirken häufig, dass auch andere Medien über das Ereignis berichten. Der frühere Afrika-Korrespondent der ARD (bis 2008, jetzt Lateinamerika), Stefan Schaaf, bekennt freimütig: CNN und BBC seien die Meinungsführer, wenn sich etwas auf eine Katastrophe zuspitze. Wenn die BBC meine, das sei eine Katastrophe, 'dann muss auch der ARD-Korrespondent hin'. Auch wenn er selbst nicht dieser Meinung ist. 'Da kann man nur versuchen, die Gewichtungen der Berichterstattung etwas anders zu setzen.' Schaaf ergänzt: 'Bilder können immer auch trügerisch sein und lügen.'Logistisch sei der Kontinent weiter ein Albtraum, in manche Gegenden und Länder Afrikas kommt man nur mit einem Flugzeug der UN oder einer Privat-Maschine. Für Journalisten sind die Blauhelm-Einsätze sehr wertvoll, weil sie mitreisen können und meistens starke Bilder bekommen. Gefährlich wird Berichterstattung, die auf falsche Behauptungen aufgrund eigener Interessen hinausläuft. Mükke selbst hat 2004 in einem Dossier in der Zeit eine von Medien und den UN skandalisierte 'Hungerkatastrophe' in Äthiopien auf ihren wahren Kern reduziert.Das Kapitel 'Grauzonen, Defizitbereiche und Fehlentwicklungen' sollten ARD und ZDF so ernst nehmen, dass sie den Text an alle Korrespondenten versenden. Ein ARD-Korrespondent schreibt, wie er von einem Zugunglück in Tansania erfuhr, bei dem 250 Menschen starben. 'Ich habe immer wieder versucht, dieses Thema der ,Tagesschau' nahezubringen. Es wurde schlicht abgewinkt, weil das keinen Menschen interessieren würde.' Das Buch gibt vorzügliche Einblicke in die journalistischen Küchen der verschiedenen Medien. RUPERT NEUDECKPublizistik (55/2010): 'Es ist Lutz Mükke zu verdanken, dass er mit seiner hervorragenden Studie ein umfangreiches und theoretisch fundiertes Werk über Akteure und Strukturen der Berichterstattung über Afrika vorlegt. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht eine Inhaltsanalyse deutscher Leitmedien, die um eine Befragung deutscher Afrika-Korrespondenten sowie von Auslandsredakteuren ergänzt wird. Spannend: Auch die so genannten 'Stringer' ' einheimische Journalisten und sonstige 'Zuarbeiter', die den oft nur bedingt orts- und sprachkundigen deutschen Journalisten bei Recherchen behilflich sind und, da sie inzwischen aus Kostengründen vermehrt eingesetzt werden, wachsenden Einfluss auf die Auslandsberichterstattung westlicher Medien gewonnen haben ' werden in die Befragung mit einbezogen. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Mükke jenseits des ritualisierten Lamentos über die mangelnde Repräsentation Afrikas in deutschen Medien die Sollbruchstellen der Berichterstattung aus Afrika ebenso klug wie originell analysiert.'Afrikapost (3/2009): »Äußerst empfehlenswert für alle, die sich für die Abläufe hinter den Journalismus-Kulissen interessieren!«Süddeutsche Zeitung (209/2009): 'Das Entwicklungsministerium schickt deutschen Verlagen eine Doktorarbeit über die Mängel ihrer Afrika-Berichterstattung.'Deutschlandradio Kultur: »['] Krieg, Krisen und Konflikte ' das sind die drei großen 'Ks', auf die deutsche Medien das Bild von Afrika zuallererst reduzieren. 'Namenlose Massen', die 'in die Steinzeit verdammt' in der 'Hungerfalle' sitzen, sind typische Sprachstereotype dafür. ['] Berichte aus der Alltagsperspektive ' von Kunst, Kultur, lokaler Wirtschaft oder gar von Erfolgen; aus Geschichte, Religion und Wissenschaft kommen so gut wie gar nicht vor. ['] All das hat man schon irgendwie geahnt. Das Verdienst von Mükke jedoch besteht darin, dies auf eine wissenschaftliche Basis gestellt und empirische Daten gesammelt und ausgewertet zu haben. Auch Vorschläge für eine Professionalisierung der Afrika-Berichterstattung bringt Mükke ein. Damit hat er eine wichtige Diskussionsgrundlage geliefert.«Funkkorrespondenz (33/2009): 'Es ist sehr viel Erhellendes in dem Buch zu finden, zumal für den, dem es um Afrika zu tun ist.'