Read Kulturelle Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen: Empirisch-kultursoziologische Untersuchungen (Kulturmanagement und Kulturwissenschaft) by Patrick Glogner Online

kulturelle-einstellungen-leitender-mitarbeiter-kommunaler-kulturverwaltungen-empirisch-kultursoziologische-untersuchungen-kulturmanagement-und-kulturwissenschaft

Patrick Glogner untersucht die kulturellen Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen und weist hier deutliche Unterschiede nach, z.B im Selbstverstndnis als kulturpolitische Akteure, in den Kriterien der Kulturfrderung und in der Relevanz von Konzepten wie der Neuen Kulturpolitik oder der Kulturpflege....

Title : Kulturelle Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen: Empirisch-kultursoziologische Untersuchungen (Kulturmanagement und Kulturwissenschaft)
Author :
Rating :
ISBN : B004TGZ0HE
ISBN13 : -
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Deutscher Universit tsverlag Auflage 2006 13 Oktober 2007
Number of Pages : 106 Pages
File Size : 798 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Kulturelle Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen: Empirisch-kultursoziologische Untersuchungen (Kulturmanagement und Kulturwissenschaft) Reviews

  • Dirk Heinze
    2019-05-21 20:51

    Die häufig gehörte Redewendung aus der Ministerialbürokratie, »Es ist relativ egal, wer unter mir Minister ist«, der ein gewisser Wahrheitsgehalt nicht abzusprechen ist, trifft so sicher nicht auf die kommunale Kulturverwaltung zu. Gleichwohl sind auch hier die leitenden Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in der Regel diejenigen, die länger als Kulturdezernenten und ehrenamtliche KulturpolitikerInnen die Kulturpolitik einer Kommune mitprägen, über einen größeren Erfahrungsschatz verfügen und die lokale Kulturszene besser kennen. Wie groß ihr Einfluss auf die Gestaltung der städtischen Kulturförderung und -politik ist, lässt sich schwer genau angeben und ist auch von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Unbestritten ist aber, dass es ihn gibt. Umso erstaunlicher ist es, dass trotz einer in den letzten Jahren stark gewachsenen Zahl von kulturpolitischen Publikationen und Studien dieser kulturpolitischen Akteursgruppe bislang so wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde.Mit der Publikation von Patrick Glogner, seiner Dissertation am Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg bei Armin Klein, ist diese »weiße Fläche« zumindest etwas minimiert worden.Im ersten Kapitel geht Glogner der kulturgestaltenden Bedeutung leitender Kulturverwaltungsakteure und ihrer kulturellen Einstellung anhand der wenigen sporadischen Hinweise in allgemeinen Studien zur kommunalen Kulturpolitik (Gau, Pohlmann, Bandelow, Hug, Dröge u. a., Hoppe) nach. Es folgt eine kurze, fast verkürzte Skizze des Wandels des Kultur- und Kulturpolitikverständnisses in der Bundesrepublik und der DDR, wobei die Neue Kulturpolitik vor allem in der Interpretation von Albrecht Göschel wiedergegeben wird. Bei den etwas ausführlicheren kultursoziologischen Grundlagen im dritten Kapitel wird sich vor allem auf Pierre Bourdieu und Gerhard Schulze sowie bei der Generationen-Spezifik des Kulturverständnisses wiederum vor allem auf Göschel gestützt.Fast so viel Platz wie die ersten drei theoretischen Kapitel nehmen die sehr detaillierten Ausführungen zur Methode der Studie im vierten Kapitel ein. Darauf folgt die ausführliche Darstellung der Ergebnisse der eignen empirischen Untersuchungen zu den kulturellen Einstellungen leitender Kulturverwaltungsmitarbeiter.Diese bestand aus einer Fragebogenerhebung bei den leitenden Kulturverwaltungsakteuren in allen Städten über 20.000 Einwohner, die mit einem Rücklauf von knapp 63 Prozent bei 631 versandten Erhebungsbögen eine gute Datenbasis hat, und 25 leitfadengestützte Interviews von jeweils etwa 100 Minuten Länge. Gefragt wurde u. a. nach dem eigenen Rollenverständnis, den persönlichen Kulturpräferenzen, den Einstellungen zum öffentlichen Kulturauftrag, den Kriterien der Kulturförderung, der Bedeutung der Kulturvermittlung und der Einstellung gegenüber dem Kulturmanagement. Die Ergebnisse zu den einzelnen Fragekomplexen werden jeweils mit den Variablen »Jahrgangszugehörigkeit« (in 3 Zehnersprüngen), »Bundeslandherkunft« (Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen/Thüringen) und »Studien-/Ausbildungsschwerpunkt« (Verwaltung/Wirtschaft/Recht; Kultur-/Geistes-/Sozialwissenschaft; Kulturmanagement und eine Kombination) sowie teilweise mit persönlichen Kulturpräferenzen korreliert.Die Ergebnisse sind nicht immer überraschend, aber auf jeden Fall erhellend und sehr nützlich für die weitere kulturpolitische Diskussion. Das betrifft sowohl die teilweise große Homogenität der Antworten als auch die Unterschiede, besonders da, wo sie mit Altersgruppen, Ost-West-Erfahrungen und den verschiedenen Ausbildungsgängen in direktem Bezug stehen. Manche Selbstverständlichkeiten, von denen in kulturpolitischen Überlegungen und Diskussionen ausgegangen wird, sehen im Lichte der Ergebnisse dieser Studie anders aus. Deswegen sollte sie nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern auch die Erkenntnisse daraus in die weiteren kulturpolitischen Überlegungen einbezogen werden, wie beispielsweise die doch sehr hohe Skepsis bei der Umsetzbarkeit der Forderung »Kultur für alle« gerade bei jüngeren Leitungskräften, die weiterhin vorhandenen Unterschiede in östlichen und westlichen Bundesländern bezogen auf die Ziele von Kulturpolitik oder die teilweise sehr signifikanten Differenzen bei den kulturellen und kulturpolitischen Einstellungen zwischen den unterschiedlichen Ausbildungsgängen. -- Bernd Wagner, Institut für Kulturpolitik