Read Haben Sie das wirklich alles im Kopf?: Glücksfälle der Weltliteratur by Tilman Spengler Online

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Klassiker zum Lesen und WiederlesenDieser Spaziergang durch die Weltliteratur umfasst zweieinhalb Jahrtausende, ein weites Feld, wie die Klassiker sagen Ein enzyklopdischer Anspruch kann hier selbstredend nicht erfllt werden Aber man kann auf alte Freunde treffen und neue finden, wenn man sich von Tilman Spenglers Freude am Erzhlen und am Erzhlten mitreien lsst, wenn man auf seine kleinen Botschaften hrt, seinen Fingerzeigen folgt Die aber keineswegs als verpflichtend aufgefasst werden wollen Denn wie er uns wissen lsst, ist es durchaus legitim, sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit nicht im Detail einzulassen Man kann auch die Dinge im Kopf haben, ohne so weit zu gehen Trotzdem wird man nach der Lektre seiner klugen und witzigen Essays nicht umhin knnen, einen neuen Blick auf vermeintlich Altbekanntes zu werfen und bisher nicht Gelesenes neu fr sich zu entdecken Viel Vergngen...

Title : Haben Sie das wirklich alles im Kopf?: Glücksfälle der Weltliteratur
Author :
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ISBN : B00GR0MKNC
ISBN13 : -
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : dtv Verlagsgesellschaft mbH Co KG 22 November 2013
Number of Pages : 594 Pages
File Size : 899 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Haben Sie das wirklich alles im Kopf?: Glücksfälle der Weltliteratur Reviews

  • Christian Döring
    2019-05-16 21:48

    Tilman Spengler lasse ich sehr gern den Finger erheben. So wie er es tut, im Angesicht von Aischylos, Balzac und Lagerlöf, kann ich mir sehr gut auch ein weiteres Buch gleicher Aufmachung des Wissenschaftlers vorstellen.Wie Spengler sich Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf annähert, finde ich sehr schön. Er erzählt mir im herrlichen Plauderton wie es zu Nils Holgersson kam und geht auch auf die Grenzen der Pädagogik ein.Egal ob der Autor über Lagerlöf, Schiller oder Updike schreibt, zugleich macht er neugierig auf die Autoren und ihr Werk. Wobei ich schon ein wenig sauer darüber bin, dass er Christa Wolf nicht in sein Buch mit aufgenommen hat."Die kleinen Botschaften in diesem Band sollen hier Fingerzeige geben." sagt Tilman Spengler und ich habe beim Lesen seines Buches erfahren, dass es Spaß macht seine Fingerzeige zu entdecken und auch deren Aktualität bestätigt zu sehen, durch den Autor und auch durch mich den Leser.In dem ich dieses Buch jetzt nach dem eigentlichen Lesen noch einmal durchblättere und immer wieder bei Personen hängenbleibe, begegne ich oft Texten noch einmal in denen der Autor aktuelle Bezüge herstellt wie bei Bert Brecht. Es geht immer um's Geld stellen Brecht, Hanns Eisler und Stefan Zweig fest, aber der Autor deckt auch zugleich Brechts absichtlich proletarisch zurecht gemachte Biografie auf, die in der DDR so sehr hoffiert und gepflegt wurde.Mit seiner Reise zu längst nicht vergessenen Autoren und deren Werke, hat Tilman Spengler eine sehr gehaltvolle Vorspeise auf den Tisch gestellt. Der Leser sollte sich nun einzelnen Werken zuwenden und der Autor seinem Buch einen zweiten Band folgen lassen!

  • Helga König
    2019-05-07 14:59

    Tilmann Spengler porträtiert in seinem Buch eine Vielzahl interessanter Autoren aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Alle sind ohne Frage Glückfälle für die Weltliteratur. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich von allen im Buch erörterten Schriftstellern und Dichtern bereits etwas gelesen mit Ausnahme von Cao Xueqin (1715-1763), Lu Xun (1881-1936).Schön an diesem Buch ist, dass man es immer wieder zur Hand nehmen und auch als Nachschlagewerk nutzen kann. Ich las zunächst den Essay Tilmann Spenglers über Kleist, nicht zuletzt, weil ich mich vor langer Zeit im Studium mit Kleist befasst habe und schließlich vor geraumer Zeit eine Biographie über diesen preußischen Dichter gelesen habe. Kleist hat angeblich aufgrund der Lektüre von Immanuel Kants "Kritik der Urteilskraft" sein Studium nach dem 3. Semester abgebrochen. Das war mir bislang nicht bekannt, wohl aber dass er Rousseau las und dass ihm Gerichtswillkür, Ungerechtigkeit und Unterdrückung zuwider war. Sehr sympathisch. Erwähnt wird u.a., dass Kleist mit der Novelle "Michael Kohlhaas" eine Figur geschaffen hat, die zum Inbegriff für Gerechtigkeitswahn wurde. Spengler skizziert kurz den Handlungsverlauf und macht mich neugierig, die Novelle abermals zu lesen. Ab wann ist es sinnvoll loszulassen? Diese Frage ist auch eine Frage des Zeitgeistes, wie ich meine.Als ich den Namen Robert Musil lese, erinnere ich mich an ein Musil-Seminar und an die Tatsache irgendwann in den Sommersemesterferien den Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" gelesen zu haben. Was ist hängen geblieben? Hat der Roman mich weiter gebracht? Ich vermag es nicht zu sagen. Tief bewegt hat mich allerdings Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Auch hier gelingt es Spengler, Neugierde auf das Werk zu erwecken. Ich frage mich, ob ein Roman wie dieser zum Mitgefühl erziehen kann? Schön wäre es.Schiller, Shakespeare und Goethe kommen zur Sprache und ich lese, dass Goethe "ein begnadeter Meister des Aufhebens, des Zusammenfügens scheinbar sperriger Teile, im inhaltlichen und im Formalen war". Das muss man wissen, um ihn zu begreifen in seiner gesamten spielerischen Intelligenz, die die Grundlage seines grandiosen Schaffens darstellte.Tilmann Spengler porträtiert: Aischylos, Jane Austen, Honoré de Balzac, Samuel Beckett, Heinrich Böll, Berthold Brecht, Lewis Caroll, Joseph Conrad, Federico Garcia Lorca, Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Grimm, Gerhart Hauptmann, Heinrich Heine, Ernest Hemingway, Heinrich von Kleist, Selma Lagerlöff, Lu Xun, Robert Musil, Vladimir Nabokov, George Orwell, Joseph Roth, Friedrich Schiller, Wilhelm Shakespeare, Laurence Sterne, Tausendundeine Nacht, Anton Tschechow und John Updike.Sehr gut gelungen ist das Heine-Porträt, doch im Augenblick steht mir der Sinn nicht nach Heine, sondern eher nach Shakespeare. Weshalb? Weil ich an eines seiner Sonette denken muss, in dem ich mich in diesem Moment wiederfinde. Es ist diese Wortmagie. Was Spengler schreibt, ist richtig "Shakespeare hat die Gabe, Wendungen, Bilder, Vergleiche, direkt aus dem Himmel in das Herz seines Zuhörers leiten zu können. Und er hat auch das wahre, poetische Gefühl für die lebenswichtige Bedeutung des Unsinns." (S.186)Ein gelungenes Buch. Ich empfehle es gerne.