Read Das neue Spiel: Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust by Michael Seemann Online

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Seit dem Fall Snowden ist es offensichtlich Wir haben die Kontrolle verloren Das gilt fr alle fr Regierungen, Unternehmen, Individuen Im tglich weiter anschwellenden Datenstrom, in den sich die Welt verwandelt hat, wird kopiert, geklaut, geschnffelt, systematisch berwacht Wie sollen wir damit umgehen Michael Seemann pldiert dafr, den Kontrollverlust zu akzeptieren und uns mit seinen Mechanismen vertraut zu machen Wenn wir schwimmen lernen, anstatt uns der bermchtigen Welle entgegenzustemmen, kann sie uns nicht umwerfen.In seinem Buch fasst Seemann zusammen, was wir dafr wissen mssen Und er macht konkrete Vorschlge fr eine Gesellschaft, in der Ordnung, Wissen und Macht nicht mehr funktionieren werden wie gewohnt Wer Das neue Spiel gelesen hat, versteht die komplexen Diskurse, die das digitale Zeitalter mit sich bringt, und erkennt dessen Potenzial im Guten, wie auch im Schlechten....

Title : Das neue Spiel: Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust
Author :
Rating :
ISBN : B00O281P50
ISBN13 : -
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : iRights Media Auflage 1 11 Oktober 2014
Number of Pages : 460 Pages
File Size : 886 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Das neue Spiel: Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust Reviews

  • A. Schoedon
    2019-08-13 02:25

    Dieses Buch ist unglaublich zeigemäß, gut geschrieben und sehr gut recherchiert. Der Autor hat eine Wahnsinnsleistung erbracht und ich bin sehr zufrieden und konnte viel dazu lernen. Die schöne Mischung die IT-Debatte im kulturellen und gesellschaftlichen Kontext zu beleuchten ist sehr gelungen!

  • André Spiegel
    2019-07-29 00:14

    Ich mach' mir ein bisschen Sorgen um meine politischen Ansichten. In diesem Buch lese ich Sätze wie: »Im Grunde ist Vollüberwachung jetzt ein dauerhafter Zustand, mit dem wir leben lernen müssen.« Oder: »Echte Netzpolitik ist nur gegen den Staat möglich, nicht mit ihm.« Oder: »Es wird Zeit, das Wehklagen der Nostalgiker zu ignorieren.« Und ich denke: Der Mann hat recht.Der erste Teil des Buches wirkt noch ein wenig wie eine Fleißarbeit, ein Etablieren von Begrifflichkeit, die so oder auch anders sein könnte. Im zweiten Teil fliegt das Buch dann regelrecht auseinander. Die Thesen sind plausibel und konsequent, aber sie ergeben kein kohärentes Weltbild mehr. Keine Utopie, die wir anstreben könnten, sondern eine offene Welt, über die sich eigentlich nur sagen läßt, dass sie in vieler Hinsicht anders ist als alles, was wir kennen.Ein paarmal fällt er seiner eigenen Courage ins Wort. Zum Beispiel, wenn es um die Überwachung geht, die er einerseits als unvermeidlich und dauerhaft diagnostiziert, und dann heißt es im nächsten Satz: »Gegen manche Dinge jedoch kann immer noch gekämpft werden«. Wie jetzt? Wofür kämpfen? Kontrollverlust oder nicht? Das wirkt wie eine Konzession an die allgemeine netzpolitische Empörung, und eine Inkonsequenz gegenüber den eigenen Thesen.Da wird einerseits beobachtet, die Macht der Nationalstaaten nehme ab. Andererseits nehme die der Geheimdienste zu, weil sie zu einem nationenübergreifenden Überwachungskomplex werden. (»Sie sind auf die NSA angewiesen wie wir auf Facebook.«) Worin, allerdings, sollte die Macht eines Geheimdienstes bestehen, wenn die zugrundeliegende Macht der Nationalstaaten abnimmt? Und schließlich: Die Geheimdienste seien, so heißt es, ihrerseits verwundbar durch den Kontrollverlust, weil man ihnen plötzlich auf die Finger schauen kann. Aber warum sollte ihnen das etwas ausmachen?Und manchmal stürzt die riskante Offenheit, die das Buch aufspannt, dann doch in rosafarbenen Kitsch: »Stellen wir uns ein Netz ohne Grenzen vor, ein Weltwissen ohne Zugangsbeschränkung, eine Remix-Kultur ohne Transaktionskosten, eine ungebändigte Kreativität, in der jeder Gedanke und Text oder Film unmittelbar anschlussfähig bleibt und zu neuen Gedanken führen kann, für jede und von jedem, weltweit.«Aber diese Ungereimtheiten und Ausrutscher ändern für mich nichts an der Leistung und Wichtigkeit des Buches. »Dieser Prozess ist als Horrorgeschichte erzählbar oder als ein Akt kollektiver, gegenseitiger Bewusstwerdung.« Packen wir's an.

  • Christopher Kurbjuhn
    2019-07-29 02:59

    Flüssig geschriebenes, nicht hundertprozentig zu Ende gedachtes Sachbuch über unsere digitale Zukunft, Überwachung, soziale Netzwerke usw. Viele Vergleiche, die Seeman heranzieht, kommen mir arg bemüht und vor allen Dingen zu stark vereinfacht vor, zumal er die Rolle, die vor allen Dingen die Wirtschaft in Digitalien derzeit spielt und spielen wird, viel zu stark ausblendet. Yvonne Hofstetters Buch "Sie wissen alles" bietet eine konsequentere, genauere Analyse und den schärferen Kristallkugel-Blick.

  • Ralf Stockmann
    2019-07-21 06:03

    Disclaimer: ich habe die Crowdsourcing-Kampane zur Finanzierung dieses Buches unterstützt und bin zudem "Kapitelpate" des ersten Kapitels. Zuweilen esse ich mit ihm Nudeln. Eine "neutrale" Sich auf das Werk - so es eine geben kann - ist mir damit kaum möglich. Aber: gefühlt ist damit auch die Fallhöhe gestiegen, denn es eine Sache, über Jahre hinweg, in unregelmäßigen Abständen Thesen in ein Blog zu schreiben - aber eine ganz andere, diese konzise in ein schlüssiges Theoriegebilde zu setzen und damit 256 Buchseiten zu füllen.Das Urteil kann nur lauten: das Wagnis ist geglückt. Dafür sind drei Faktoren ausschlaggebend:1) Seemann gehört zu den originellsten und konsequentesten (manche würden sagen: radikalsten) Denkern unserer Zeit. Sein initialer Gedanke, das Daten und Informationen Gesetzmäßigkeiten und Spielregeln unterworfen sind, die so unabwendbar sind wie physikalische Naturgesetze, gehört für mich zu den ganz wenigen wirklich großen Würfen der letzten Jahrzehnte Kommunikationswissenschaft. Nicht alle von ihm verarbeiteten oder aufgestellten Theorien und Modelle sind ähnlich eingängig, aber das Buch enthält weit mehr anschlussfähige und streitbare Ideen und Denkanstöße als die letzen fünf Werke von Frank Schirrmacher und Byung-Chul Han zusammen.2) Seemann als streitfreudig zu bezeichnen wäre milde formuliert. Wer ihn etwa aus seinem Podcast "wir müssen reden" kennt, erwartet eine unversöhnliche Streitschrift. Eine Streitschrift ist es geworden - aber eine umarmende, werbende, anschlussfähige, und das ist vielleicht die große Überraschung dieses Buches. Nicht unähnlich zu Passig/Lobo wird hier nicht überheblich herabgesehen auf technisch weniger versierte LeserInnen, sondern an die Hand genommen und erklärt. Dabei bediehnt sich Seemann häufig in den Kapiteln des folgenden Aufbaus: ein sehr plastisches Beispiel oder eine historische Beschreibung bildet den Einstieg - gut zu vergleichen mit der klassischen "SPIEGEL-Methode". Es folgt eine Versachlichung des Themas mit wissenschaftlicher Einordnung, die zumeist in eine anspruchsvollere Theoriebildung oder Definition mündet. Am Ende aber wird all das zusammengeführt in eine erstaunlich handfeste und kompakte Aussage. Meine Lieblingspassage ist seine empathische Beschreibung, was Google Streetview bei vielen Deutschen auslöste: "Dar­über, dass eine Ab­bil­dung der Haus­fassa­de als Ver­let­zung der Pri­vat­sphä­re ver­stan­den wur­de, mach­te sich vor al­lem das eng­lisch­spra­chi­ge Aus­land lus­tig. Doch die Re­ak­ti­on der Deut­schen lässt sich auch an­ders er­klä­ren. Das In­ter­net und die zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung al­ler Le­bens­be­rei­che hat­te 2010 be­reits ein Aus­maß er­reicht, das vie­le Men­schen er­schreck­te. Sich die­ser Welt zu ver­wei­gern, das ei­ge­ne Off­li­ne-Da­sein viel­leicht so­gar mit ei­nem ge­wis­sen Stolz vor sich her­zu­tra­gen, wur­de im­mer schwe­rer. Wie lässt sich noch mit den En­keln kom­mu­ni­zie­ren, wie der Ur­laub bu­chen, wo wer­den Bü­cher ge­kauft, wenn die Buch­lä­den alle dicht ma­chen? Gibt es für die­ses Ge­fühl – für die­se Angst, gleich­zei­tig be­la­gert zu sein und zu­rück­ge­las­sen zu wer­den – ein bes­se­res Sym­bol als das Street­view-Auto von Goo­gle? Auf ein­mal steht das In­ter­net vor der Haus­tür und macht Fo­tos."Man muss doch ziemlich abgebrüht sein, um bei den letzten beiden Sätzen nicht freudig in die Hände zu klatschen. Was diese Passage auch gut zeigt: das Buch ist in einer sehr klaren und gut lesbaren Sprache verfasst, die in ihren besten Passagen an Watzlawick erinnert.3) Seemann bietet konstruktive, optimistische Lösungen an. Ja, die Lage ist bedrohlich, Vieles läuft schief. Aber wir werden nicht alle sterben (zumindest nicht so bald), unsere Hirne werden nicht erweichen und unsere Kinder nicht verdummen. Einen Wechsel der Spielregeln hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben (hier viel Übereinstimmung mit Passig) - und vermutlich werden wir auch diesmal klar kommen. So viele - eigentlich gescheite - AutorInnen begnügen sich derzeit mit dräuenden Untergangsgesängen oder zurück-auf-die-Bäume Rhetorik, und man kann es Seemann gar nicht hoch genug anrechnen, hier zumindest den Versuch zu wagen einen konstruktiven Gegenentwurf zu formulieren.Wie auch immer man sich zu den im meinungslastigeren zweiten Teil formulierten 10 Thesen oder Regeln positionieren mag: man wird nicht umhin kommen den ersten Teil als zutreffende Zustandsbeschreibung zu goutieren. Die Spezialexperten und Internet-AuskennerInnen, die früh nach der Veröffentlichung tönten "alles nichts Neues" sollten sich vielleicht fragen, wie viele Bücher es gibt die "unsere" Themen auch dem Rest der Bevölkerung zugänglich machen.Eine zweite Auflage mit moderater Überarbeitung wäre zwar wünschenswert - so ist es etwa ehrenvoll, Turing eine zentrale Rolle zukommen zu lassen - aber die Herleitung eines allwissenden Archivs aus dem Aufzeichnungssystem U der Turingmaschine ist dann doch drei Umdrehungen zu nerdig und wohl nur für wenige LeserInnen nachvollziehbar. Aber es überwiegen doch schon in dieser ersten Auflage die bereits erwähnten klaren und hilfreichen Thesen, etwa:"Der Com­pu­ter wird zu Un­recht als Re­chen­ma­schi­ne be­zeich­net – Ko­pier­ma­schi­ne wäre tref­fen­der."Gut, dass es mal zitierfähig aufgeschrieben wurde.Es wäre ein charmantes Projekt, all die - aus heutiger Perspektive - gewagten Prognosen des Buches formalisiert herauszuziehen und im Laufe der nächsten Jahre auf "ist es eingetroffen?" hin zu prüfen. Ich denke, die Trefferquote wird ganz erheblich sein.tl;dr Sie sollten dieses Buch lesen, wenn Sie sich für die Zukunft interessieren. Sie sollten sich für die Zukunft interessieren, denn das ist der Ort, an dem Sie den Rest Ihres Lebens verbringen werden.

  • Falk Ebert
    2019-07-27 01:27

    Das Buch ist an vielen Stellen noch nicht ganz rund. So gelingt zum Beispiel der Versuch die Auswirkungen der Digitalisierung technisch abzuleiten und dadurch ganzheitlich zu beschreiben noch nicht ganz. Was die zentralen Thesen zum Kontrollverlust angeht, müssen wir jedoch dankbar sein, dass sie jemand auf diese Weise formuliert hat. Denn auch wenn uns die vorgeschlagenen Strategien des Autors zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Internet nicht gefallen, könnten es perspektivisch gesehen die einzigen sein, die uns bleiben werden.