Read Fast ein guter Plan by Wallace Stroby Online

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Eine halbe Million Dollar aus Drogendeals, bewacht von drei skrupellosen Kerlen mit automatischen Waffen Fr die Berufsverbrecherin Crissa Stone und ihr Team gehrt der Raub des Geldes noch zu den einfachsten bungen Als das Aufteilen der Beute schiefgeht, entkommt Crissa dem Kugelhagel allerdings nur knapp Mit einem Seesack voll gestohlenem Geld befindet sie sich auf der Flucht Gejagt wird sie von brutalen Handlangern eines Drogenbosses und einem ehemaligen Cop aus Detroit, der seine eigenen tdlichen Plne verfolgt Crissa will ihnen das Geld auf keinen Fall berlassen Auch als sie und ein Kind in Lebensgefahr geraten und ihre Verfolger sie in die Enge treiben, kmpft Crissa weiter....

Title : Fast ein guter Plan
Author :
Rating :
ISBN : B0798QJDT6
ISBN13 : -
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Pendragon 1 Februar 2018
Number of Pages : 173 Pages
File Size : 584 KB
Status : Available For Download
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Fast ein guter Plan Reviews

  • Gwyn
    2018-11-14 07:43

    Der erste Satz: »Vier Stunden nachdem sie in Detroit aus dem Flugzeug gestiegen war, saß Crissa in der Innenstadt in einem geparkten Wagen und beobachtete einen rostzerfressenen Subaru mit einer halben Million Dollar im Kofferraum.«Crissa wieder auf Beutefang. Eine Gangsterin, die dem Leser ans Herz wächst. Wer sind die Bösen, wer die Guten? Na, die guten Bösen, und das ist Crissa. Gewalt gegen Frauen? Probier es mal mit Crissa, sie wird dir das Fürchten lehren. Sie hasst Gewalt, aber in ihrem Metier geht es manchmal nicht anders. Wer sie angreift, wird ihren Zorn ernten, aber sie ist nicht nachtragend, tötet nur, wenn es heißt: Ich oder du! Ihr weiches Herz richtet sich hin und wieder auch gegen sie, denn andere vergessen nicht, sind nachtragend. Ist Crissa ein Supergirl? Nein, wirklich nicht. Und genau darum mag ich die Serie. Sie ist ziemlich intelligent. Wie in der Realität sind Jungs aus dem Milieu meist hohlköpfig, glauben, sie wären der King und trauen einer Frau rein gar nichts zu. Das macht sich Crissa zu eigen und hebelt sie aus. Dazu hat sie ein gutes Bauchgefühl und gute Augen, hat ein Gefühl für Ratten. Dumme Menschen sind berechenbar, selbst ihre Hinterhältigkeit und Crissa kann rechnen.Der Deal steht in diesem Buch am Anfang. Crissa raubt keine Supermärkte aus, sie konzentriert sich auf Schwarzgeld der Unterwelt. Zusammen mit zwei Kollegen, denen sie traut, und einem Whistleblower, den sie für unprofessionell hält, ziehen sie nach Crissas Plan einen Überfall durch. Der Plan funktioniert, zurück im Versteck soll das Drogengeld aufgeteilt werden. Doch einer unter ihnen spielt falsch, ist zu gierig, das Szenario endet in der Katastrophe. Im Original heißt der Titel : »Shoot the woman first«. Sie ist gefährlich, kann sie entkommen? Natürlich, aber man ist ihr auf den Fersen. Der Besitzer des Geldes schäumt vor Wut und schickt den runtergekommenen Ex-Cop namens Burke auf Crissas Spur.»Sie schwang den Schläger, zielte auf die Außenseite seines linken Knies, fühlte den Schlag bis in ihre Schultern. Sein Bein knickte ein, er fiel um wie ein gefällter Baum. Sie zielte auf die Waffe, traf nicht, aber erwischte sein Handgelenk. Der Revolver flog an die Wand und landete zu ihren Füßen.«Crissa ist schlicht eine Verbrecherfigur. Sie ist eine schlechte Mutter, lässt ihre Tochter von einer Cousine erziehen. Ihr schlechtes Gewissen plagt sie immer wieder. Trotzdem mag der Leser sie. Sie ist empathisch, sogar mit den letzten Arschgeigen, sie teil, wo sie nicht teilen müsste, unterstützt andere, bringt sich für andere in Gefahr und wenn sie stiehlt, trifft es die Richtigen. Kann es eine solche Figur geben? Warum nicht? Auch Berufsverbrecher können empathisch sein. Crissa wirkt nicht aufgesetzt, vielleicht ist die Figur gerade darum so glaubwürdig. Wallace Stroby schreibt, schnell, spannend, man kann nicht aufhören zu lesen. Aber das ist es nicht allein. Der Schreibstil hat etwas drehbuchartiges, man ist dicht an der Figur dran. Doch die meisten Bücher im Drehbuchstil haben Kracher, Stunts, Supermänner/frauen, die man gern im Kino anschaut, aber bitte nicht auf Papier. So ist Stroby nicht! Er schreibt in Bildern, in Subtext, man sieht die Szene vor sich, steigt in Crissas Kopf, sieht und denkt mit ihr. Bilder, die alles sagen, was ist, was folgen wird, ein Satz, ein Bild, und eine ganze Geschichte läuft im Kopf ab. Der Noir-Autor taucht in die schmutzigen Ecken der Großstädte ab, zeigt ein Gesellschaftsbild der armen Leute. Zeigt Elend, vernachlässigte Kinder, Familien, die abrutschen, nirgendwo aufgefangen werden, weil das Sozialsystem nichts auffangen kann. Gewalt und Drogen, keine Zukunft. Als Setting spielt diesmal Detroit eine Rolle, einst eine reiche Stadt, als die Autoindustrie noch boomte, heute verarmt, totaler Rückzug der öffentlichen Hand, nicht nur das Bahnhofsgebäude ist eine Ruine. Ein Moloch des Verbrechens.Ein klassischer Gangsterroman. Genauso will ich sie lesen! Weder Hackebeilchen noch am Fließband missbrauchte Frauen und Kinder, das braucht der Roman nicht. Gewalt gibt es genug, angedeutete, und die reale Gewalt der Straße. Und das ist schon jede Menge.

  • Siegfried R. Krebs
    2018-11-07 06:42

    Crissa Stone hat viele Gesichter. Sie ist eine harte und professionelle Berufsverbrecherin und gleichzeitig eine bedingungslos liebende und loyale Freundin. Ihr Geld macht sie allein mit Raubzügen bei Leuten, die ihrerseits dieses Geld auf kriminelle Weise erworben hatten. Vier spannungsgeladene, aber auch sehr sozialkritische, Crissa-Stone-Kriminalromane hat der US-Autor Wallace Stroby bislang geschrieben. Nach „Kalter Schuß ins Herz“ (2015) und „Geld ist nicht genug“ (2017) ist jetzt der dritte Band um das durchaus nicht unsympathische „bad girl“ der Kriminalliteratur erschienen.Es ist einige Zeit ins Land gegangen seit den letzten Raubzügen, Crissa hat sich inzwischen ein Haus gekauft. Dazu heißt es auf S. 118: „In den drei Jahren, seit sie alles verloren hatte, ihre Identität aufgeflogen und alles an Besitz eingebüßt, hatte sie sich in neues Leben aufgebaut.“Doch Crissa braucht für ihre Pläne, insbesondere die Befreiung ihres Liebsten Wayne aus dem Gefängnis, immer wieder neues Geld. Über einen früheren Kumpan erhält sie die Kunde von einem todsicheren Coup im fernen Detroit. Ein weiterer ehemaliger Kumpan will sich auch daran beteiligen. Der Tip-Geber und vierte im Bunde ist ein örtlicher Kleinkrimineller (und in Sachen Geldraub nur Amateur). Bei der Sache geht es um eine Aktion bei, der die vier sich in die Geldübergabe zwischen Drogenhändler und Drogenlieferant „einklinken“ könnten. Die Beute würde sich auf eine halbe Million Dollar belaufen. Trotz aller Bauchschmerzen willigt Crissa ein und sie entwickelt einen Plan, der eigentlich alle Eventualitäten beinhaltet. Eigentlich! Deshalb trägt das Buch wohl den deutschen Titel „Fast ein guter Plan“.Der Plan gelingt auch, die vier schnappen sich das Geld, eilen zu ihrem zeitweiligen Unterschlupf und teilen die Beute auf. Allerdings fällt die geringer aus und auf jeden der vier entfallen nur rund 80.000 Dollar.Doch da geschieht es. Als die drei Profis mit ihren Anteilen das Gebäude verlassen wollen, fallen Schüsse. Ein Kumpan des Tipgebers und dieser selbst beginnen, herumzuballern. Einer von Crissas Gefährten wird tödlich getroffen. Sie selbst kann mit dem anderen, Larry, entkommen. Larry ist aber schwer verletzt worden und stirbt noch in der Nähe des Tatortes. Crissa weiß, daß Larry irgendwo im Süden eine Frau und mit der eine sechsjährige Tochter hat. Für sie ist es nun eine Ehrensache, Larrys Anteil seiner Familie zukommen zu lassen. Es gelingt ihr auch, deren Adresse ausfindig zu machen. Doch da vor Ort sind die Verhältnisse mehr als kompliziert, denn Larrys Frau hat sich inzwischen mit einem Drogensüchtigen eingelassen, der in großen Schwierigkeiten steckt. Doch Crissa ist eben Crissa. Sie könnte jetzt einfach gehen, aber sie will helfen. Insbesondere helfen, daß die Sechsjährige eine Chance für ein Leben erhält. Doch wie kommt Crissa aus dieser Malaise heraus? Ihr jetzt wirklich guter (weil uneigennütziger) Plan gelingt zu mißraten, denn sie bringt nun nicht nur sich selbst, sondern auch das kleine Mädchen in Lebensgefahr.Denn an dieser Stelle kreuzen sich ihrer aller Wege mit denen von Burke.Dieser Burke war mal Polizist, Cop, in Detroit und zwar einer, der ohne Gewissensbisse bis aufs Mark korrupt – und dazu überaus brutal und heimtückisch – ist. Inzwischen schlägt er sich als Privatdetektiv und „Inkasso-Eintreiber“ herum, wobei seine Klienten fast ausschließlich zur Unterwelt gehören.Nach dem Coup von Crissas Team beauftragt der „geschädigte“ Drogenboß Burke mit der Wiederbeschaffung des Geldes. Es geht ihm dabei aber weniger um die für ihn eher kleine Summe, sondern vor allem darum, daß seine Autorität in der Unterwelt keinen Kratzer bekommt. Burke willigt ein. Er nutzt alte Kontakte zur Polizei, kauft sich Informationen und kommt so schnell auf die Spur des Tipgebers. Dabei und in allen folgenden Geschehnissen pflastern Leichen Burkes Weg. Auch die Leute des Drogenbosses schaltet er aus, verfolgt er doch eigene Pläne... Und die heißen nicht Wiederbeschaffung, sondern alleinige Aneignung. Zwar kann Burke beim Tipgeber die Hälfte der Beute sicherstellen, doch er hat Blut geleckt. Warum nur die Hälfte nehmen, wenn er das Ganze kriegen kann. Bei seinen Ermittlungen hat er erfahren, daß im Vierer-Team auch eine Frau war. Über die Polizeiakte von Larry kommt er auf die Spur von dessen Familie. Und so korrupt wie er ist, so folgerichtig schlußfolgert er aber auch, daß diese Crissa im Gegensatz zu ihm Ehre im Leibe hat.Es gelingt ihm schließlich, Crissa und Larrys Familie in seine Gewalt zu bekommen und ihnen sogar das Geld abzunehmen. Denn vor die Wahl gestellt, Geld oder Leben (das der Sechsjährigen), entscheidet sich Crissa ohne zu zögern für das Leben.Doch damit endet die Geschichte nicht. Es kommt noch schlimmer. Wird Crissa nun in kürzester Zeit einen Notplan parat haben, der wirklich zu einem guten Ausgang führt? Das soll nicht verraten werden. Daß Crissa die Oberhand behalten wird, darf aber mitgeteilt werden, schließlich ist ja bereits der Folgeroman („THE DEVIL'S SHARE“) angekündigt worden...Soweit zum Inhalt. Mehr noch als in den ersten beiden Bänden kommt in dem nun vorliegenden Charakterliches, Sozialkritisches und Psychologisches zur Geltung, so daß der eigentliche Kriminalfall eigentlich nur noch eine Nebenrolle spielt. Wichtiger sind die Personen, die Charaktere, die Motivationen für ihr Handeln, egal ob in gutem oder schlechtem Sinne.In der Verlagswerbung zur Crissa-Stone-Reihe heißt es zu recht u.a.: „Mit sicherem Gefühl für authentische Milieustudien und perfektes Timing schafft Wallace Stroby vielschichtige Figuren, die sich jeglichen Konventionen entziehen.“Das kann der Rezensent ohne Abstriche bestätigen und hier nur wiederholen - und ergänzen, was er diesbezüglich schon in der Besprechung des ersten Crissa-Stone-Romans geschrieben hatte:„Crissa Stone wird vom Leser eigentlich so gar nicht als Berufskriminelle wahrgenommen. Viel mehr als Frau, die sich in der US-Gesellschaft eben nicht anders behaupten kann. Wenn das gutbürgerliche Leben eben nicht auf 'anständige' Art und Weise gesichert werden kann, dann wenigstens 'anständig' anders: Durch Raubzüge bei denen, die in Geld schwimmen und dieses meistens auch nicht auf ehrliche Weise erworben und gemehrt haben.“Es ist deshalb nie die „action“, die in Strobys Romanen für Spannung sorgt. Nein, für Spannung sorgen ganz besonders eben diese vielschichtigen Charakterzeichnungen, was sich wohltuend vom leider zu oft üblichen Schwarz-Weiß-Schema abhebt. Denn selbst Kriminelle muß man differenziert darstellen, sind doch auch sie Menschen aus Fleisch und Blut, Menschen mit Empfindungen und individuellen Schicksalen. Das betrifft sogar den absoluten Negativ-Helden dieses Bandes, Burke.Dieser Burke, als gewesener Staatsdiener und nunmehr staatlich lizensierter Privatdetektiv, ist der absolute Gegenentwurf zur Kriminellen Crissa. Für Crissa zählen in erster Linie solche Werte wie Freundschaft und Loyalität. Ein gegebenes Wort ist zu halten, Gewalt gegen Schwache ist ein absolutes Tabu für sie. Lediglich wenn das Leben, nicht nur das eigene, in Gefahr ist, setzt sie eine Waffe ein. Und ihr Verhalten ist mehr nur als Ganoven-Ehre, das ist menschlich-ehrlich zu nennen. Kleine Beispiele dafür findet man in der Stelle, als Larry stirbt (da sorgt sie sich um seine Würde und dafür, daß er aufgefunden werden kann) oder dann später in der Unterkunft von Larrys Witwe, als sie selbst gegenüber hinterhältigen Drogenhändlern ein gegebene Geldzusage einhält.Burke dagegen verkörpert mit jeder Faser seines Ichs den US-Machtapparat, wie ihn Menschen millionenfach im Inland und mehr noch weltweit im Ausland wahrnehmen und erleiden müssen: Alles nur zum eigenen Vorteil. Skrupel oder ethische Hemmungen bestehen nicht. Absprachen und Verträge sind daher nicht das Papier wert, auf denen sie stehen. Gewalt wird bedenkenlos eingesetzt, die Tötung von Menschen nicht nur billigend in Kauf genommen. Nein, kaltblütiges Töten ist immanenter Bestandteil des eigenes Handelns. Und damit das besser gelingt, werden andere bewußt getäuscht. Sogar die eigenen Kumpane.Und gerade dieser Gegensatz macht Crissa sympathisch, wünscht der Leser ihr Erfolg. Es ist gut, daß Stroby seine Heldin – über mehrere Romane – immer weiter menschlich reifen läßt. Und man hofft, daß sie recht bald ein normales Leben „danach“ führen kann. Aber ob das möglich ist? Man darf gespannt bleiben.